Zeitschrift für Spiritualität und Transzendentale Psychologie 2011, 1 (2) /
Journal for Spirituality and Transcendental Psychology 2011, 1 (2)



Der Preis des Andersseins

Schizotypie, hyperpermeables Ich und
gesellschaftliche Reaktionen auf spirituelles Erleben

Edgar W. Harnack

 

Zusammenfassung

Schizotypie ist ein psychopathologisches Konzept, das inhärent mit spirituellen Fragestellungen verbunden erscheint, da es Symptome einschließt, die ebenso gut als Elemente spirituellen Erlebens gelten können. Während einige Theoretiker deshalb vermuten, dass Schizotypie teilweise als Ausdrucksform solcher spiritueller Erfahrungen gewertet werden kann, zeigt die vorliegende kurze Fallstudie, dass nicht-spirituelle Symptome von Schizotypie sich aufgrund unverstandener und schlecht aufgefangener spiritueller oder anderer außergewöhnlicher Erfahrungen in der früheren Biographie bilden können. Der Umgang der westlichen Gesellschaft mit Menschen, die ungewöhnliche Erlebnisse berichten, muss vor diesem Hintergrund als potentiell krankmachend hinterfragt werden.

Schlüsselwörter: Schizotypie, spirituelle Erfahrung, paranormale Erfahrung, außergewöhnliches Erleben



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Über den Autor:
Edgar W. Harnack ist Diplom-Psychologe/Psychotherapeut; schreibt und arbeitet in freier Berufsausübung in Berlin.



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