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Zeitschrift für Spiritualität und Transzendentale Psychologie 2011, 1 (1) /
Journal for Spirituality and Transcendental Psychology 1 (1), 2011



Ist Transzendentale Psychologie Metaphysik?

Über die Fortsetzung der Aufklärung mit anderen Mitteln

E. W. Harnack

 

Zusammenfassung

Im Rahmen des Ansatzes einer Transzendentalen Psychologie (Harnack 2011a) stellt sich die Frage, ob die Einführung eines Transzendenzaxioms für das
sozialwissenschaftliche Nachdenken und Forschen nicht einen Rückschritt hinter die Aufklärung und ihr Postulat der Metaphysikfreiheit von Wissenschaft darstellt. Der Artikel vertritt die Position, dass dabei implizit die Freiheit von Metaphysik mit der Ideologie eines (naiven) Materialismus gleichgesetzt wird, eine non-materialistische Weltsicht jedoch sehr wohl auf Metaphysik verzichten und zugleich Transzendenz zum Axiom eines Forschungsprogramms machen kann. Die These wird anhand der Bedeutung der Begriffe „Religion“ und „Transzendenz“ innerhalb der „religiösen Erfahrung“ ausgeführt. Über die transzendentale Erfahrung, so die Schlussfolgerung, lässt sich Transzendenz in ein solches metaphysikfreies Forschungsprogramm ohne Verlust an spezifischem (spirituellem) Gehalt einbetten.

 

Schlagwörter: Erkenntnistheorie, Transzendentale Psychologie, Metaphysik­kritik, spirituelle Erfahrung, religiöse Erfahrung



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Angaben zum Autor:

E. W. Harnack ist Diplom-Psychologe, approbierter Psychotherapeut und Supervisor; schreibt und arbeitet in freier Berufsausübung in Berlin.



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